|

Field Notes 6- Von Fröis zu Dandl

Über Herkunft, ein Familienzeichen und die Entstehung des Dandl-Studios

Manche Dinge beginnen lange bevor man ihnen einen Namen gibt.

Dandl-Studio begann für mich nicht mit einem Logo oder einer fertigen Vorstellung davon, was dieses Studio einmal sein sollte. Der Ausgangspunkt liegt viel weiter zurück – in meiner eigenen Familiengeschichte.

Auf der Seite der Mutter meines Vaters findet sich die Familie Fröis, eine Linie, die sich vom Bregenzerwald bei Bezau bis nach Krippau bei Großreifling verfolgen lässt. Eine Familiengeschichte, in der besonders viele Frauen und Töchter auftauchen und die mich deshalb nicht nur genealogisch, sondern auch als Frage nach Weitergabe und Herkunft interessiert.

Zu dieser Geschichte gehört ein Familienwappen.

Ein Einhorn auf dem Schild.
Ein weiteres als Helmzier.
Eichenblätter und Eicheln.
Rot, Gold, Silber und erdige Grüntöne.

Ich begann, diese Elemente nicht mehr nur als Bestandteile eines alten Wappens zu betrachten, sondern als visuelle Spuren.

Was erzählen diese Formen?
Warum wurden gerade diese Symbole gewählt?
Was bedeutet es, wenn ein Zeichen über Generationen hinweg weitergegeben wird?

Aus dieser Beschäftigung entwickelte sich langsam meine eigene Bildsprache.

Das Einhorn wurde dabei zu einem besonderen Ausgangspunkt. Ein Wesen zwischen Realität und Vorstellung, zwischen überlieferter Symbolik und persönlicher Interpretation. Die Eiche wurde zum Bild für Verwurzelung, Wachstum und Weitergabe.

Beides findet sich heute in meiner Gestaltung wieder.

Aber der Name selbst hat sich verändert.

Fröis gehört zu meiner Herkunft.
Dandl gehört zu meinem Leben heute.

Mit der Veränderung meines Namens entstand auch die Möglichkeit, das, was ich geerbt habe, nicht einfach weiterzuführen, sondern neu zu interpretieren.

So wurde aus der Beschäftigung mit einem Familienzeichen schließlich ein Teil der visuellen Grundlage für Dandl-Studio.

Und vielleicht beschreibt das auch ziemlich genau, was ich mit meiner Arbeit machen möchte.

Ich beschäftige mich mit Keramik, Fotografie, Malerei, Landschaft, historischen Formen und materieller Kultur. Ich sammle Dinge, beobachte, recherchiere und stelle Verbindungen her.

Mich interessiert nicht nur, woher etwas kommt, sondern auch, was passiert, wenn es durch eine andere Zeit, einen anderen Ort oder andere Hände geht.

Ein altes Gefäß kann zu einer neuen Form werden.

Ein historisches Ornament kann zu einem Muster werden.

Eine Familiengeschichte kann zu einer künstlerischen Untersuchung werden.

Ein überliefertes Symbol kann eine neue Bedeutung bekommen.

Dandl-Studio ist deshalb kein Versuch, die Vergangenheit festzuhalten.

Es ist ein Ort, an dem ich mit dem arbeite, was von ihr übrig geblieben ist.

Field Notes wird diese Spuren begleiten.

Die Dinge, die ich finde.
Die Geschichten, die ich recherchiere.
Die Formen, die mich beschäftigen.
Die Materialien, die ich ausprobiere.

Und vielleicht auch die Frage, die hinter all dem steht:

Was nehmen wir mit – und was machen wir daraus?

Fröis war ein Anfang.
Dandl ist der nächste Abschnitt.

Similar Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert