ABOUT ME

Ich bin Julia Dandl – Keramikkünstlerin, Beobachterin und Sammlerin von Dingen, Geschichten und Spuren.

Meine Arbeit beginnt oft mit etwas ganz Alltäglichem: einem Spaziergang, einem Stück Erde, dem Licht am frühen Morgen, einer alten Oberfläche, einem Gegenstand, den ich zufällig finde, oder einer Frage, auf die ich selbst noch keine richtige Antwort habe. Mich interessiert, was passiert, wenn wir uns die Zeit nehmen, genauer hinzusehen.

Ich arbeite mit Keramik, Gouache, Fotografie und historischer Recherche. Dabei sehe ich diese Bereiche nicht als voneinander getrennte Disziplinen, sondern als unterschiedliche Möglichkeiten, denselben Fragen nachzugehen: Wie prägt ein Ort den Menschen? Was bleibt von einem Menschen, wenn Zeit vergangen ist? Was können Materialien erinnern? Und wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn wir uns erlauben, wirklich aufmerksam zu sein?

Ton steht im Mittelpunkt meiner Arbeit. Es hat etwas zutiefst Erdendes, mit Erde zu arbeiten. Ton trägt die Spuren von Händen, Wasser, Feuer und Ort in sich. Er lässt sich formen, trocknen, brechen, wiederbearbeiten und verwandeln. Durch das Brennen verändert er seinen Zustand und wird zu etwas Beständigem. Mich fasziniert dieses Verhältnis zwischen Vergänglichkeit und Dauer.

Meine Ausbildung an der Ortweinschule hat mir eine solide praktische und technische Grundlage in der Keramik gegeben. Aber ich war nie daran interessiert, Dinge einfach nur um ihrer selbst willen herzustellen. Was mich vielmehr anzieht, ist der Prozess, der dem fertigen Werk vorausgeht – beobachten, sammeln, recherchieren, experimentieren, sich verlieren, die Richtung ändern und wieder von vorne beginnen.

Hier kommt Field Notes ins Spiel.

Field Notes ist mein persönliches Archiv und ein fortlaufender Raum für Beobachtung und Recherche. Es vereint Fotografien, Zeichnungen, keramische Experimente, historische Recherchen, Gedankenfragmente und kleine Entdeckungen. Manches davon entwickelt sich irgendwann zu fertigen Arbeiten. Anderes bleibt einfach eine Notiz – ein Moment, der es wert ist, festgehalten zu werden, auch wenn daraus nie etwas anderes entsteht.

Ich mag diese unfertigen Zustände.

Nicht jede Beobachtung muss zu einem Objekt werden. Nicht jede Idee muss aufgelöst werden. Manche Dinge brauchen Zeit, bevor sie zeigen, was aus ihnen werden möchte.

Viel Inspiration finde ich in Landschaft und Geschichte. Mich interessieren die Schichten, die an einem Ort bereits vorhanden sind, bevor wir ihn betreten: alte Häuser, Erde, Pflanzen, Werkzeuge, Gebrauchsspuren, regionale Handwerkstraditionen und die Geschichten der Menschen, die ihre Umgebung geprägt haben.

Besonders interessieren mich die kleinen Geschichten – jene, die leicht übersehen werden.

Ein Muster auf einem alten Gefäß.
Die Form eines vergessenen Werkzeugs.
Eine verwitterte Wand.
Ein traditionelles Handwerk.
Ein alltäglicher Gegenstand, dessen ursprünglicher Zweck langsam in Vergessenheit geraten ist.

In diesen kleinen Dingen kann erstaunlich viel Information verborgen sein.

Meine Fotografien entstehen oft aus Spaziergängen und Beobachtungen. Sie sind nicht nur Aufzeichnungen dessen, was ich sehe, sondern Versuche festzuhalten, wie sich ein Ort anfühlt und wie sich meine Aufmerksamkeit durch ihn bewegt.

Die Malerei erlaubt mir, diese Eindrücke zu verdichten und zu verwandeln. Die Keramik gibt ihnen eine körperliche Form.

Die Verbindungen zwischen diesen Arbeitsweisen entstehen oft unerwartet.

Eine Landschaft kann zu einer Farbe werden.

Ein historischer Gegenstand kann zum Ausgangspunkt für eine keramische Form werden.

Ein Foto kann eine Erinnerung auslösen.

Ein Stück Ton kann mich zurück zu einem Ort führen.

Meine Arbeit wächst deshalb eher wie ein Netzwerk als wie eine gerade Linie.

Mich interessieren die leisen Beziehungen zwischen Landschaft, Geschichte, Erinnerung und Material – und die Art und Weise, wie sich diese Dinge überschneiden und gegenseitig beeinflussen.

Ich glaube, dass Materialien ihre eigene Form von Erinnerung in sich tragen. Sie altern, verändern sich, sammeln Spuren und erzählen Geschichten darüber, wo sie waren und wie sie verwendet wurden. Manchmal sind diese Geschichten offensichtlich. Viel öfter sind sie leise.

Genau diese Stille interessiert mich.

Das Wappen

Das Wappen, das meine Arbeit begleitet, geht auf den Familiennamen Frois zurück, den ich über meine Großmutter väterlicherseits geerbt habe.

Es ist ein kleines Stück Familiengeschichte – ein Name und ein Symbol, die schon vor mir existierten und ihre eigenen Zusammenhänge, Geschichten und Unbekannten in sich tragen. Anstatt es lediglich als Familienrelikt zu bewahren, habe ich mich dafür entschieden, ihm einen neuen Platz in meiner eigenen Arbeit zu geben.

Für mich ist das Wappen zu einem stillen Zeichen von Kontinuität geworden. Es verbindet etwas Übernommenes mit etwas, das ich selbst noch erschaffe.

Frois ist ein Name, den ich geerbt habe. Das Wappen ist eine Spur, die ich weitertrage.

Dass es seinen Weg in Field Notes gefunden hat, fühlt sich passend an: ein Projekt, das sich mit Spuren, Fragmenten, Erinnerung und den Dingen beschäftigt, die wir bewahren möchten.

Field Notes ist mein Versuch, einige dieser Beobachtungen sichtbar zu machen.

Nicht nur das fertige Objekt, sondern auch die Wege, Umwege, Fragen und Zufälle, die dorthin geführt haben.

Die Dinge, die ich finde.
Die Dinge, die ich noch nicht verstehe.
Die Dinge, die ich ausprobiere.
Und die Dinge, die bleiben.

Willkommen bei Field Notes.

Terra Cotta Oxidations gebrannt
Knochenstadt