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Field Notes 7- Kaffee und Suddan

Kaffee und Suddan

Ich habe meine Großmutter oft in der Küche erlebt.

Kaffee. Musik. Die vertrauten Dinge an ihren Plätzen. Ein Herrgottswinkel, altes Dekor, ein Haushalt, der irgendwie immer funktioniert hat.

Meine Mutter arbeitete schon immer viel. Und irgendwann fiel mir auf, dass sich etwas wiederholte.

Frauen arbeiteten.
Sie versorgten andere.
Sie hielten Dinge am Laufen.
Und vieles davon wurde einfach nicht als Arbeit bezeichnet.

Vielleicht hat mich genau das irgendwann neugierig gemacht.

Ich begann mich zu fragen, was wir eigentlich meinen, wenn wir von Arbeit sprechen. Wer entscheidet, welche Arbeit sichtbar ist und welche nicht? Und was passiert mit den Geschichten von Frauen, deren Alltag nie irgendwo festgehalten wurde?

Meine Großmutter erzählte mir von ihrer Arbeit, von der Region, in der sie aufgewachsen war, und von Dingen, die für sie selbstverständlich waren.

Für mich waren sie es nicht.

Ich begann Fragen zu stellen.

Und plötzlich wurde aus einem Kaffee am Küchentisch ein Ausgangspunkt für etwas viel Größeres: eine Spurensuche nach Frauen, Arbeit, Heimat und den Dingen, die von einem Leben zurückbleiben.

Vielleicht beginnt Geschichte manchmal genau dort.

Nicht im Archiv.

Sondern bei einer Tasse Kaffee.

Suddan – ein obersteirischer Mundartausdruck für sich über etwas aufregen, schimpfen und diskutieren, obwohl man weiß, dass man es nicht ändern wird.

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